teams
teams - Transfer und evidenzbasierte Adaption infrastruktureller Poolmodelle im Bereich Schulassistenz
Im Bereich der individuellen Schulassistenz zeigen sich vielerorts erhebliche Herausforderungen: Steigende Fall- und Antragszahlen, zunehmender Kostendruck und Fachkräftemangel gehen mit pädagogischen Fragen zur Wirksamkeit individuell organisierter Einzelfallhilfen einher. Hinzu kommen aufwendige Antragsverfahren, uneinheitliche Qualifikationsstandards, fehlende Fort- und Weiterbildungsangebote sowie eine häufig erschwerte Einbindung der Schulassistenzen in multiprofessionelle Teams vor Ort.
Vor diesem Hintergrund erproben zahlreiche Kommunen infrastrukturelle Poolmodelle. In diesen Modellen wird Schulassistenz nicht ausschließlich einzelfallbezogen organisiert, sondern als verlässlich verfügbare Unterstützungsressource strukturell in der Schule verankert. Ziel ist es, Schüler*innen flexibler, präventiver und weniger stigmatisierend zu unterstützen sowie multiprofessionelle Zusammenarbeit im schulischen Kontext zu stärken. Das Recht auf Beantragung einer individuellen Schulassistenz bleibt dabei uneingeschränkt bestehen.
Das Verbundprojekt teams untersucht, wie infrastrukturelle Poolmodelle wirksam, nachhaltig und transferfähig weiterentwickelt werden können. Dafür werden wissenschaftliche Begleitforschung, kommunale Steuerungspraxis, schulische Praxis sowie transferorientierte Entwicklungsarbeit miteinander verbunden. Im Mittelpunkt stehen belastbare Erkenntnisse zu Wirkungen, Gelingensbedingungen und Implementationsprozessen sowie praxistaugliche Instrumente für Kommunen und Schulen.
Zentrale Schwerpunkte
Kostenanalysen & Monitoring
Im Rahmen dieses Teilprojekts werden praxistaugliche Ansätze entwickelt, um die Einführung und den Ausbau infrastruktureller Poolmodelle datenbasiert begleiten und bewerten zu können. Dazu wird ein systematisches Fallzahlen- und Kostenmonitoring im Bereich Schulassistenz erarbeitet. Ziel ist es, Ressourcenbedarfe, Kostenentwicklungen und Steuerungsfragen transparenter zu machen und kommunale Entscheidungen langfristig zu unterstützen.
Transfer & Implementationsanalyse
In diesem Teilprojekt wird untersucht, unter welchen Bedingungen die Einführung und Weiterentwicklung infrastruktureller Poolmodelle in unterschiedlichen kommunalen und schulischen Kontexten gelingt. Im Fokus stehen Gelingensbedingungen, Barrieren sowie tragfähige Strukturen und Steuerungsprozesse im Transfer. Gemeinsam mit den Praxispartner:innen werden daraus übertragbare Erkenntnisse, Handlungsimpulse und praxistaugliche Instrumente zur Implementierung und Weiterentwicklung infrastruktureller Poolmodelle entwickelt.
Qualifizierung und Professionalisierung
Eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung infrastruktureller Poolmodelle ist die gezielte Qualifizierung und Professionalisierung der beteiligten Akteure im schulischen Alltag. Ein weiterer Schwerpunkt liegt daher auf der Entwicklung und Evaluation von Fort- und Weiterbildungsangeboten für Schulassistenzen und Lehrkräfte. Die Angebote fokussieren insbesondere multiprofessionelle Kooperation und sollen Schulen sowie Kommunen bei der Umsetzung infrastruktureller Poolmodelle praxisnah unterstützen.
Wirksamkeit und schulische Praxis
Ein übergeordnetes Ziel ist die Gewinnung belastbarer Erkenntnisse zur Wirksamkeit infrastruktureller Poolmodelle, insbesondere im Hinblick auf Schüler:innen, Lehrkräfte und die Zusammenarbeit im schulischen Kontext. Untersucht werden unter anderem Wohlbefinden und Teilhabe von Schüler:innen, Erfahrungen von Lehrkräften und systemischen Schulassistenzen sowie Kooperationsbeziehungen zwischen schulischen Akteur:innen. Hierzu werden verschiedene Datenerhebungen durchgeführt, darunter Befragungen von Schüler:innen, Erziehungsberechtigten und schulischem Personal sowie vertiefende Analysen an ausgewählten Schulen durch Unterrichtsbeobachtungen.
Vernetzung von Wissenschaft und Praxis
Begleitend wird ein bundesweites Netzwerk aufgebaut, das Akteur:innen aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung miteinander in Austausch bringt. Im Projektverlauf finden drei Netzwerktagungen statt, die Raum für fachliche Diskussion, gemeinsame Reflexion und die Weiterentwicklung transferfähiger Perspektiven auf Schulassistenz bieten.
Projektleitungen / Antragstellung
Prof. Dr. Janka Goldan (Bergische Universität Wuppertal)
Externe Projektleitung
Prof. Dr. Kerstin Schneider (Bergische Universität Wuppertal)
Prof. Dr. Julia Gorges (Universität zu Köln)
Mitarbeiter*innen
Andrea Ilina-Georgescu (Bergische Universität Wuppertal)
Britta Wenzel (Bergische Universität Wuppertal)
Kevin Jan Zuchanek (Bergische Universität Wuppertal)
Vanessa Gossmann (Universität zu Köln)
Eric Nising (Universität zu Köln)
Laufzeit
bis 31.01.2029
Drittmittelgeber
Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)
Informationen zu den am Projekt beteiligten Praxispartnern finden Sie auf der teams-Projektwebseite.